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Tönnies Corona Skandal

Tönnies Corona Skandal

BVT fordert breite Diskussion über Fleischproduktion in Deutschland

Berlin, 22.06.2020: Mehr als 1.300 mit Corona infizierte Mitarbeiter bei Tönnies, Europas größtem Schlachtbetrieb, verdeutlichen, wie fragil das System „Fleischproduktion“ ist. Die Ursachen sind vielfältig, basieren aber  alle auf dem Diktat, die Kosten gering zu halten um möglichst billig Fleisch auf dem Markt zu werfen. Leidtragende sind derzeit augenfällig die Mitarbeiter in den Schlachtbetrieben, die Schwerstarbeit zum Niedriglohn leisten. Unbeachtet bleibt jedoch das Leid der Tiere, die in modernen Großschlachtereien im Akkord getötet werden. Um schnell und effizient zu schlachten werden z. B. Schweine nicht einzeln betäubt, sondern ganze Gruppen mit Kohlendioxyd (CO2) begast. Ein Verfahren, das für die Tiere sehr leidvoll ist, da die Schweine unter Erstickungsanfällen leiden und eine Betäubung erst nach 25 Sekunden einsetzt. Sollten einzelne Schweine aus der Betäubung frühzeitig erwachen, ist eine Nachbetäubung aufgrund der hohen Bandgeschwindigkeit nicht möglich. Laut Bundesregierung liegen die Fehlbetäubungen bei Schweinen zwischen 3,3 und 12,5 Prozent. Umgelegt auf die 60 Millionen Schweine, die in Deutschland jährlich geschlachtet werden, betrifft dies bis zu 7,5 Millionen Tiere. Hinzu kommen die Tiere, die am Fließband nicht richtig gestochen werden und daher lebendig in den Brühkessel gelangen.

Der Preisdruck führt aber nicht erst im Schlachthof zu erheblicher Tierqual. Diese beginnt in der modernen Intensivtierhaltung bereits beim Erzeuger. In Ställen ohne Tageslicht werden Schweine, Rinder, Masthähnchen und Puten mit Hochleistungsfutter in kürzester Zeit zur Schlachtreife getrieben. Alles ist auf Effizienz ausgerichtet, das Wohlbefinden der Tiere bleibt dabei unberücksichtigt.

„Die Fleischproduktion ist brutal und fordert vielfältige Opfer. Solange Fleisch als Billigware verramscht wird, wird sich hieran nichts ändern“ so die Einschätzung von Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz.  Er sieht die gegenwärtigen Ereignisse bei dem Schlachtbetrieb Tönnies aber auch als Chance, jetzt eine grundlegende gesellschaftliche Diskussion über die Fleischproduktion in Deutschland zu führen. „Wir müssen einsehen, das Fleisch einen Wert hat, der sich auch im Preis niederschlagen muss. Wenn Brot teurer ist als Fleisch und Milch preiswerter als Cola, dann ist im System etwas grundlegend falsch.

Der Bundesverband Tierschutz erneuert seine Forderung zur deutlichen Reduzierung des Fleischverzehrs, verbunden mit der Bereitschaft, für tierische Produkte auch das zu bezahlen, was diese wert sind.





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