Datenschutz Impressum

Pressemeldungen

Wird der Tierschutz jetzt zur Farce?

Wird der Tierschutz jetzt zur Farce?

Abschaffung der Tierschutz-Verbandsklage in Nordrhein Westfalen:

Pressemeldung der in Nordrhein-Westfalen anerkannten Tierschutzverbände

Vor fünf Jahren führte Nordrhein-Westfalen (NRW) als zweites Bundesland die Tierschutzverbandsklage ein. Ein Meilenstein für den Tierschutz, denn seither ist es anerkannten Tierschutzorganisationen möglich, den Schutz von Tieren vor Gericht einzuklagen. Ein Klagerecht, was auch im Naturschutz schon lange besteht. Acht andere Bundesländer zogen nach.

Die seit Sommer 2017 regierende schwarz-gelbe Landesregierung hatte sich jedoch stets ablehnend gegenüber diesem wichtigen Instrument gezeigt. Nun ist es amtlich. Das Gesetz über das Verbandsklagerecht und Mitwirkungsrechte tritt jetzt  in Nordrhein-Westfalen mit Ablauf des 31.12.2018 außer Kraft. In der Sitzung des Landtages vom 12.12.2018 stimmten FDP und CDU mit Stimmen der AfD gegen die Verlängerung des Gesetzes.

Noch bis zuletzt hatten juristische Experten wie Dr. Christoph Maisack und bundesweit arbeitende Verbände, wie der Deutsche Naturschutzring – ein übergreifender Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen – gewarnt und sich für die Aufrechterhaltung der Tierschutz-verbandsklage eingesetzt. Der Deutsche Naturschutzring sogar mit einem Schreiben eigens an Umweltministerin Heinen-Esser.

Torsten Schmidt, der 1. Vorsitzende des Landesbüro anerkannter Tierschutzverbände: „Die Tierschutzverbandsklage stand stets für moderne Tierschutzpolitik. In anderen Bundesländern haben wir den Austausch im Tierschutz, den die Zivilbevölkerung erwartet, bereits vertrauensvoll und konstruktiv vorangetrieben.  Den Tierschutz in Nordrhein-Westfalen, der einst  in anderen Bundesländern als Vorreiter eben dieser modernen Tierschutzpolitik galt,  nun als Kahlschlag  zu erleben, macht fassungslos. Wenn die Verbesserung des Tierschutzes kein Lippenbekenntnis sein soll, muss die Regierung liefern. Ansonsten verkommt der Tierschutz nun zur Farce.“

 

 

Bundesverband Tierschutz begrüßt Antrag der FDP

Bundesverband Tierschutz begrüßt Antrag der FDP

Einhaltung von Tierschutzrecht wirksam und effizient kontrollieren

Bundesverband Tierschutz e.V., 12.12.2018: Mit dem am 5. Dezember 2018 von der FDP in den Bundestag eingebrachten Antrag, verbindliche Kontrollintervalle für Nutztierhaltungsbetriebe festzulegen, Kontrollen nach bundeseinheitlich festgelegten Standards vorzunehmen sowie für effiziente Kontrollstrukturen zu sorgen, wurden Forderungen aufgenommen, die der Bundesverband Tierschutz (BVT) seit langem erhebt. Wiederholt hat der BVT die unzureichende Kontrolldichte landwirtschaftlicher Betriebe kritisiert und eine ausreichende personelle Ausstattung der zuständigen Behörden gefordert.

„Dass die derzeitigen Tierschutzkontrollen kein Garant dafür sind, dass tierschutzrechtliche Vorgaben in landwirtschaftlichen Betrieben tatsächlich auch eingehalten werden,  sondern im Gegenteil, Tierschutzvergehen befördern, da sie nicht entdeckt werden,  ist ein offenes Geheimnis.  Ich begrüße es daher sehr, dass sich die FDP dieser Thematik annimmt und die Bundesregierung auffordert, mit zusätzlichen Bundesmitteln von bis zu 140 Millionen Euro den Tierschutzvollzug zu gewährleisten“ so Dr. Gerd Gies, Vorsitzender des Bundesverband Tierschutz e. V. und selber ehemaliger Amtstierarzt.

Die Wahrscheinlichkeit einer Tierschutzkontrolle in landwirtschaftlichen Betrieben liegt rechnerisch zwischen 2,8 Jahren (Berlin) und bis zu 48,1 Jahren (Bayern).  Mit dieser enormen Spannweite der Kontrolldichte ist der Nichtbeachtung gesetzlicher Mindeststandards beim Tierschutz Tür und Tor geöffnet. Selbst wenn die Behörden wollten, ist eine ausreichende Kontrolldichte mit dem vorhandenen Personal nicht zu gewährleisten. Der Bundesverband Beamteter Tierärzte beziffert den Personalnotstand bei den Amtstierärzten auf bundesweit 2.000 Stellen.

„Politische Lippenbekenntnisse für den Tierschutz reichen nicht, die Bundesregierung ist aufgefordert, die Länder bei dem Vollzug des Bundestierschutzgesetzes und seinen Ausführungsverordnungen zu unterstützen. Nur so ist gewährleistet, dass wenigstens die rechtlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen an eine artgerechte Tierhaltung auch eingehalten werden“, fordert Gies.

Die Amtstierärzte sieht der Tierschutzverband in der Verantwortung, bei vorgefundenen Missständen unverzüglich und mit der gebotenen Sorgfaltspflicht für die Tiere zu handeln. „Es kann nicht sein, dass  sich vereinzelt Amtstierärzte an Tierschutzvergehen durch Wegschauen bzw. aktiver Hilfestellung mitschuldig machen und damit Kontrollen ad absurdum führen“, kommentiert Gies im Hinblick auf dokumentierte Missstände im Schlachthof in Oldenburg.

 

 

 

Unerträgliche Klientelpolitik

Unerträgliche Klientelpolitik

Ferkel müssen weiter leiden

Zwei weitere Jahre Leiden für die Schweine-Bundestag beschließt Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration

Berlin, 30.11.2018: Mit der Mehrheit der Stimmen von CDU/CSU und der SPD wurde in der gestrigen Sitzung des Plenums die Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre  beschlossen. In der Konsequenz bedeutet dies die Legitimierung der Zufügung unsäglicher Leiden und Schmerzen für  40 Millionen männlicher Ferkel.

„Die Entscheidung der Regierungskoalition bedeutet nicht nur Rechtsbeugung, sie ist in unseren Augen ein noch nie dagewesener Kniefall der Politik vor den Interessen der Landwirtschaftslobby. Es geht hier ausschließlich um wirtschaftliche Aspekte“, so die Einschätzung von Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverbandes Tierschutz.

Nach dem Tierschutzgesetz wäre mit Beginn des Jahres 2019 nur noch die Betäubung unter Narkose, die Jungebermast oder die Impfung der Eber gegen den Ebergeruch zulässig gewesen. Da diese Verfahren mit Mehrkosten verbunden sind, die betäubungslose Kastration aber keine Zusatzkosten verursacht, sahen die Ferkelerzeuger ihren Berufsstand in Gefahr und mobilisierten ihre Interessensvertreter.  Mit Erfolg, wie sich gestern zeigte.

Der Bundeverband Tierschutz zeigt sich tief enttäuscht über die Klientelpolitik der Regierungsfraktion. „Wir hoffen nun auf die Länder, die im Rahmen einer Normenkontrollklage, die Rechtmäßigkeit der Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration überprüfen lassen können“,  so Styrie. 

Entscheidung über Leben und Tod

Entscheidung über Leben und Tod

BVT zur Geschlechterbestimmung im Hühnerei

Geschlechterbestimmung im Hühnerei – Bundesverband Tierschutz bewertet das Verfahren kritisch und fordert Einsatz von Zweinutzungshühnern

Berlin, 26.11.2018: Anfang November verkündete Landwirtschaftsministerin Klöckner den Durchbruch bei der Geschlechterbestimmung im Hühnerei. Mit dem neu entwickelten endokrinologischen Verfahren, bei dem das Hühnergeschlecht aus der Allantoisflüssigkeit bestimmt werden kann und durch das Aussortieren der männlichen Embryonen nur noch weibliche Tiere erbrütet werden, könne zukünftig auf das Vergasen von etwa 45 Millionen Küken in Deutschland verzichtet werden. Die Ministerin lobt die Vorstellung der neuen Technik als großen Tag für das Tierwohl in Deutschland. Doch in die Euphorie mischen sich auch kritische Stimmen.

„Wir begrüßen alle Anstrengungen, die dazu beitragen, das unsägliche Töten von männlichen Küken zu verhindern. Ob das von Frau Klöckner vorgestellte Verfahren tatsächlich das Verfahren der Wahl ist, muss aus Tierschutzsicht ernsthaft hinterfragt werden“, so die Einschätzung von Dr. Gerd Gies, Vorsitzender des Bundesverbandes Tierschutz e.V.

Das Verfahren kann erst zwischen dem 9. und 11. Bebrütungstag sichere Ergebnisse liefern. In dieser Zeit hat sich das befruchte Ei aber bereits so weit entwickelt, dass Nervenzellen ausgebildet sind und der Embryo Schmerzen empfinden kann. „Gegenüber dem Töten von Eintagsküken mag das vorgestellte Verfahren eine Verbesserung darstellen, dennoch wird weiterhin über Leben oder Tod eines Mitgeschöpfes auf der Basis seiner ökonomischen Leistung entschieden. Statt weiterhin einseitig auf Legeleistung zu züchten, sollten sich die Zuchtunternehmen auf das Zweinutzungshuhn rückbesinnen“, so die Forderung von Gies.

Die Aufzucht männlicher Küken wird bereits jetzt schon praktiziert. Wegen des geringen Fleischansatzes und der langen Mastdauer ist das Verfahren aber nur rentabel, wenn die Mehrkosten über einen höheren Eierpreis der weiblichen Geschwister aufgefangen werden. Über eine Nischenproduktion ist dieses Verfahren bisher nicht herausgekommen.

Die Geflügelwirtschaft scheint an einem Zweinutzungshuhn auch kein Interesse zu haben, da dadurch eine Konkurrenz zum herkömmlichen Mastgeflügel entstehen würde. Nur so ist zu erklären, dass das Landwirtschaftsministerium über 5 Millionen Euro Forschungsgelder in Verfahren investiert, bei denen weiterhin Tiere als zu unproduktiv aussortiert werden.

„Wir fordern eine ethisch saubere und tierschutzgerechte Lösung in der Legehennenhaltung, diese kann nur in der Wiederbesinnung und züchterischen Weiterentwicklung des Zweinutzungshuhns liegen“, bekräftigt der BVT-Vorsitzende Dr. Gies abschließend.  

 

Tierschutzskandale auf allen Kanälen

Tierschutzskandale auf allen Kanälen

Wer wegschaut - macht sich schuldig!

Ein Kommentar von Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer Bundesverband Tierschutz

Gleich beide großen öffentlich-rechtliche Sendeanstalten dokumentierten in Sendereihen Frontal 21 (ZDF 21.00 Uhr bis 21.45 Uhr) und FAKT (ARD  21.45 bis 22.15 Uhr) Tierschutzvergehen ungeheuren Ausmaßes. Zum einen Bilder von Langzeittiertransporten, bei denen die Tiere an der EU-Außengrenze tagelang auf die Verladung auf Schiffe warten müssen, bei brütender Hitze, ohne Versorgung mit Wasser und Futter.  Zum anderen Szenen aus deutschen Schlachthöfen, die zeigen, wie Rinder bei vollem Bewusstsein abgestochen werden und während  ihres Todeskampfes auch noch misshandelt werden.

Diese Bilder sind unerträglich, sie zeigen die Verrohung unserer Gesellschaft gegenüber dem Umgang mit Tieren und sind dabei nur die Spitze des Eisberges. Sie belegen aber auch die Diskrepanz zwischen bestehenden rechtlichen Vorschriften zum sorgsamen Umgang mit Tieren und der gängigen Praxis. Wenn Vollzugsbeamte beim Tierschutz wegschauen bzw. sich sogar an massiven Tierquälereien beteiligen,  dann werden Tierschutzbestimmungen zur Farce.

Die Bilder zu den Tierquälereien zeigen aber auch, dass das System Massentierhaltung und Billigfleisch in sich selber krankt. Eine Gesellschaft, die drauf ausgerichtet ist, möglichst viel Fleisch zu möglichst kleinen Preis  kaufen zu wollen,  nimmt eine ständige Malträtierung der Tiere bei der Haltung, beim Transport und bei der Schlachtung billigend in Kauf.  Wer ein solches System durch den Kauf von Billigfleisch unterstützt, darf sich nicht wegducken, ist aufgefordert, sich diese Bilder anzuschauen und sie zu ertragen. Es ist gut, dass solche Reportagen zur besten Sendezeit  ausgestrahlt werden, es ist gut, dass es Menschen gibt, die Tiertransporte begleiten und auch (heimlich) Filmaufnahmen in Schlachthöfen machen, um uns den Spiegel  vorzuhalten und uns zeigen,  wie schändlich wir uns gegenüber unseren Mitgeschöpfen verhalten. Niemand kann mehr sagen, er habe davon nichts gewusst.

Solche Beiträge sind wichtig. Sie schmerzen die Seele des Betrachters und brennen sich ins Hirn. Je tiefer, desto besser. Und sie lassen letztendlich nur den Schluss zu: Wer weiterhin nicht ohne Fleisch leben möchte, der hat die moralisch-ethische Verpflichtung, Billigfleisch im Regal liegen zu lassen. Der ist aufgefordert, Fleisch wieder einen Wert beizumessen, der verloren gegangen ist. Der Kauf von Fleisch soll und muss finanziell wehtun. Nur dann wertschätzen wir das Produkt.

Der Bundesverband Tierschutz  zeichnet seit vielen Jahren Produkte aus artgerechter Tierhaltung aus. Mit unserem Zertifikat unterstützen wir bäuerliche Betriebe, die ihre Tiere artgerecht halten, sie schonend transportieren und verantwortungsvoll schlachten lassen. Wir sehen hierin unseren Beitrag des praktischen Tierschutzes, verbunden mit der Hoffnung, dass unsere Gesellschaft doch eines Tages den Schritt zur vegetarischen oder veganen Lebensweise vollzieht.

 

Ferkelkastration:

Ferkelkastration:

Tierschutzverbände halten Fristverlängerung für verfassungswidrig

Das Bündnis für Tierschutzpolitik* und der Deutsche Tierschutzbund fordern in einer öffentlichen Stellungnahme das fristgerechte Ende der betäubungslosen Ferkelkastration wie gesetzlich beschlossen zum 1. Januar 2019.

Die Verbände halten es aus rechtlicher, wissenschaftlicher und ethischer Sicht für unhaltbar, männlichen Ferkeln weiterhin ohne Betäubung die Hoden zu entfernen. Mit dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel Tierschutz ist die schmerzhafte Amputation nicht vereinbar, zumal es ausreichend Alternativen gibt.

"Wir halten die Verlängerung der bis Jahresende geltenden Ausnahmeregelung für verfassungswidrig", sagt Dr. Jörg Styrie vom Bundesverband Tierschutz e.V. Dabei verweisen die Tierschutzorganisationen  auf die Positionen mehrerer renommierter Rechtsgutachter. Denn zur Kastration ohne Betäubung stehen bereits praxisreife Alternativen zur Verfügung: die Jungebermast, die Impfung gegen den Ebergeruch (Immunokastration) sowie eine Kastration bei vollständiger Schmerzausschaltung unter Narkose.

 »Weder das Bundeslandwirtschaftsministerium noch die Interessenvertretungen der Landwirtschaft haben die vergangenen Jahre genutzt, die vorhandenen Alternativen in den Betrieben flächendeckend umzusetzen«, sagt Konstantinos Tsilimekis, Sprecher des Bündnisses für Tierschutzpolitik und Geschäftsleiter der Albert Schweitzer Stíftung für unsere Mitwelt. »Eine Verlängerung der Frist würde für Millionen von Ferkeln auf unbestimmte Zeit weitere Qualen bedeuten.«

»Der Aufschub dient der Bundesregierung vor allem dazu, der Kastration unter Lokalanästhesie den Weg zu ebnen. Dieser ‘vierte Weg’ ist jedoch aus Tierschutzsicht keine Alternative«, ergänzt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Die bisher noch nicht zugelassene Methode wäre für die ferkelproduzierenden Betriebe mit dem geringsten Aufwand verbunden, ginge aber ebenfalls erheblich zu Lasten der Tiere.

Die Kastration unter Lokalanästhesie ist keine Alternative

Die Tierschutzorganisationen sprechen sich deutlich gegen die Ferkelkastration unter Lokalanästhesie durch die Tierhalter (»4. Weg«) aus und teilen damit die Position etlicher Verbände aus der Tierärzteschaft. Sie lehnen die von Bundeslandwirtschaftsministerium und Fleischindustrie fokussierte Maßnahme aus Tierschutzgründen ab: Es erfolgen bis zu vier äußerst schmerzhafte Injektionen in Hoden und Samenstrang. Die Tierärzteschaft und die Tierschutzorganisationen bezweifeln zudem, dass Tierhalter diese Methode korrekt durchführen. Darüber hinaus kritisieren sie an der Lokalanästhesie, dass sie den Schmerz bei der Hodenentfernung nicht ausreichend ausschaltet.

Seit der Änderung des Tierschutzgesetzes von 2013 bestand für die betäubungslose Ferkelkastration eine Übergangsfrist von fünf Jahren. Die Große Koalition will nun das damals beschlossene Verbot um zwei Jahre verschieben und dazu in Kürze einen Gesetzentwurf im Bundestag vorlegen. Nach Beratungen im Parlament und den Fachausschüssen könnte der Bundestag schon im November über eine entsprechende Änderung des Tierschutzgesetzes abstimmen.

 Hier finden Sie als PDF die gemeinsame Stellungnahme des Bündnisses für Tierschutzpolitik und des Deutschen Tierschutzbundes.

*Das Bündnis für Tierschutzpolitik ist ein seit 2015 bestehender Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., PROVIEH e.V. sowie VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz.

 

 

BVT zum Welttierschutztag

BVT zum Welttierschutztag

Grundlegende Neuorientierung in der Schweinehaltung nötig!

Pressemeldung

Bundesverband Tierschutz e.V. fordert zum Welttierschutztag

Berlin, 4.10.2018: Und wieder einmal ist der Welttierschutztag ein Tag, an dem das Versagen der Politik im Vordergrund steht. Vor fünf Jahren wurde im Rahmen der Novellierung des Tierschutzgesetzes beschlossen, dass ab 2019 Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden dürfen,  doch drei Tage vor dem Welttierschutztag besinnt sich die Koalition eines Schlechteren: Sie weicht die Betäubungspflicht für zu kastrierende Ferkel wieder auf. „Das ist ein verheerendes Signal“, bewertet Dr. Jörg Styrie die augenblickliche Diskussion.

„Wer kann da noch Vertrauen in unsere Politiker haben, wenn Worte nicht mehr zählen, Beschlüsse nicht mehr gelten?“ Mit Blick auf die verheerenden Zustände in vielen deutschen Schweinemastställen stellt der Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz e.V. fest: „Die Schweine gehören zu den Tieren in der Landwirtschaft, die am meisten malträtiert werden.“  Wenige Tage nach der Geburt  wird den Ferkeln ohne Betäubung der Schwanz abgeschnitten, die Hoden entfernt und die Eckzähne abgeschliffen. Die europäische Gesetzgebung verbietet das routinemäße Kupieren der Schwänze , dennoch ist es Alltag in den Ställen.       

„Wir fordern eine echte Tierschutzoffensive in deutschen Schweineställen“,  so Dr. Jörg Styrie. Über 90 % der Mastschweine vegetieren in strukturlosen Buchten auf Spaltenböden über den eigenen Exkrementen, statt tiergerecht auf Einstreu und mit Außenklimareizen aufgezogen zu werden. Der hohe Ammoniakgehalt der Stallluft schädigt die Lungen, die Gelenke sind durch das Liegen auf den harten Spaltenböden entzündet. Viele Tiere haben Wunden, die sie sich aufgrund des Beschäftigungsmangels gegenseitig zuführen. Muttersauen werden über längere Zeitabschnitte in enge Kastenstände gezwängt, die kaum größer als sie selber sind. Ungehindertes Hinlegen, geschweige denn ausreichende Bewegung, ist nicht möglich, auch nicht erwünscht.

Zwar ist höchstrichterlich festgestellt, dass die Haltung im Kastenstand Tierquälerei ist und mit § 2 des Tierschutzgesetzes ( „Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden“) nicht zu vereinbaren ist, dennoch hat sich auch fast zwei Jahre nach dem einschlägigen Urteil des Magdeburger Bundesverwaltungsgerichtes  an der Haltung der Sauen nichts geändert.

„Wir brauchen eine grundlegende Neuausrichtung der Schweinehaltung in Deutschland“, fordert der BVT-Geschäftsführer. „Es kann nicht sein, dass Politik und Verwaltung die Augen vor millionenfach begangener Tierquälerei verschließen und selbst nach dem richtungsweisenden Magdeburger Urteil untätig bleiben “. Auch die Landwirte bräuchten Rechtssicherheit, um zielgerichtet in die Zukunft investieren zu können.

Anlässlich des Welttierschutztages erwartet der Bundesverband Tierschutz von der Bundesregierung ein deutlicheres Bekenntnis für den Tierschutz und klare rechtliche Rahmenbedingungen für einen Neuausrichtung in der Schweinehaltung.  „Wenn es die Politik mit dem Tierschutz als Staatszielbestimmung  ernst meint, dann müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweinehaltung so neugeregelt werden, dass die artgerechte Haltung der Tiere im Mittelpunkt steht und nicht die Tiere weiterhin an die Haltungssysteme angepasst werden“, kritisiert  Dr. Styrie.   

Umfragen haben immer wieder ergeben, dass die Gesellschaft mehr Tierschutz in der landwirtschaftlichen Tierhaltung erwartet und auch bereit ist, für Produkte aus artgerechter Tierhaltung mehr zu bezahlen. Das Magdeburger Urteil bezüglich der zu klein bemessenen Kastenstände wird die Landwirte über kurz oder lang zwingen, in neue Haltungseinrichtungen zu investieren. Hier sieht der Verband eine riesige Chance für die deutsche Landwirtschaft, sich mit Qualitätsprodukten vom europäischen und weltweiten Massenmarkt abzuheben.

Der erste Internationale Welttierschutztag wurde am 4. Oktober 1931 begangen.  Bis heute gibt es diesen weltweiten Aktionstag für Tierschutz, an dem u.a. an den Schutzheiligen der Tiere Franz von Assisi gedacht wird.

  

Nicht nur zur Urlaubszeit

Nicht nur zur Urlaubszeit

Lassen Sie Ihr Tier kennzeichnen und registrieren

Pressemitteilung
Herbstferien: Kennzeichnung und Registrierung schützen Heimtiere im Urlaub

Berlin, 1. Oktober 2018 – Tierhalter, die in den Ferien mit ihrem Tier verreisen, sollten sicherstellen, dass dieses gekennzeichnet und registriert ist. Darauf macht das Netzwerk „Kennzeichnung und Registrierung (K&R)“ aufmerksam. Der Arbeitskreis besteht aus den Tierschutzbeauftragten der Länder sowie Experten aus den Bereichen der Tiermedizin, der Transpondertechnologie, der Haustierregister und des Tierschutzes, u.a. auch dem Bundesverband Tierschutz e.V.

Nur durch Kennzeichnung und Registrierung eines Tieres ist sichergestellt, dass es seinem Halter zugeordnet werden kann, sollte es zum Beispiel während des Urlaubs entlaufen.

„Bei einer Reise ins Ausland ist für Hunde und Katzen eine Kennzeichnung mit einem Transponder verpflichtend, die Registrierung in einem Haustierregister muss der Halter aber selbst vornehmen“, erklärt Dr. Hans-Friedrich Willimzik, Landesbeauftragter für Tierschutz des Saarlandes und Leiter des Netzwerks „K&R“. „Nur beide Maßnahmen in Kombination sind wirkungsvoll: Wenn das Tier gekennzeichnet und registriert ist, kann es im Fall der Fälle unverwechselbar identifiziert werden und nach Hause zurückkehren. Das gilt im Urlaub, aber genauso natürlich zu Hause, weshalb Kennzeichnung und Registrierung immer zu empfehlen sind.“

Die Kennzeichnung von Hunden und Katzen erfolgt mit Hilfe eines Transponders mit Mikrochip. Diesen setzt ein Tierarzt auf der linken Halsseite unter die Haut des Tieres. Auf dem Mikrochip ist eine 15-stellige Nummer gespeichert, welche bei der Registrierung in einem Haustierregister mit den Daten zu Tier und Halter verknüpft wird. Sollte das Tier entlaufen und an anderer Stelle aufgegriffen werden, lässt sich über die hinterlegten Daten schnell der Tierhalter ausfindig machen.

Das Netzwerk K&R

Das Netzwerk „Kennzeichnung und Registrierung (K&R)“ ist ein interdisziplinärer Arbeitskreis von Experten unter der Leitung des Landesbeauftragten für Tierschutz des Saarlandes, Dr. Hans-Friedrich Willimzik, mit dem Ziel, dass in Deutschland die Rechtspflicht zur Kennzeichnung und Registrierung für Hunde und Katzen eingeführt wird. Deutschland ist hier Schlusslicht in Europa, zusammen mit vier weiteren Mitgliedstaaten. Die gravierenden Probleme, wie beispielsweise der illegale Welpenhandel, die stetige Zunahme von Straßenkatzen sowie überfüllte Tierheime, können nur mit einer stringenten europaweit und national harmonisierten vollständigen Rückverfolgbarkeit von Tierhaltern und Heimtieren gelöst werden.

Weitere Hintergrundinformationen zur Arbeit des Netzwerks „K&R“ sind auf der Internetseite www.heimtierverantwortung.net zu finden.

 

Sieg für den Tierschutz

Sieg für den Tierschutz

Betäubungspflicht für Ferkelkastration ab 2019 bleibt

Berlin, 21.09.2018: Der Bundesrat hat auf seiner heutigen Sitzung die Anträge der Länder Niedersachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommer für eine Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration abgelehnt. Das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 1.1.2019 bleibt somit erhalten. „Das ist ein guter Tag für die den Schutz der Tiere. Wir freuen uns, dass der Bundesrat standhaft geblieben ist und   am Ausstiegsdatum der betäubungslosen Ferkelkastration festgehalten hat“, so Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverbandes Tierschutz.

Auf Druck der Schweinehalter hatten die genannten Bundesländer eine Fristverlängerung der betäubungslosen Kastration der Ferkel um mindestens zwei Jahre gefordert. Sie begründeten diese Forderung mit dem Hinweis, dass keine praxisreifen Alternativen zu diesem Verfahren zur Verfügung ständen und zumindest so lange an der betäubungslosen Ferkelkastration festgehalten werden müsste, bis ein zugelassenes Betäubungsmittel auf dem Markt sei, das auch von den Tierhaltern angewendet werden dürfe.

Entgegen dieser Behauptung gibt es jedoch bereits mehrere praxiserprobte Verfahren, mit denen ein Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration möglich ist. Viele Ferkel im Biobereich werden bereits heute schon unter Vollnarkose kastriert. Ein weiteres Verfahren ist die Impfung männliche Ferkel zur Verzögerung der Geschlechtsreife. Auch die Ebermast ist möglich, wenn die Tiere frühzeitiger geschlachtet werden. „Alle diese Verfahren sind zwar mit höheren Kosten verbunden, der Tierschutz darf aber nicht zugunsten wirtschaftlicher Erwägungen geopfert werden. Der Bundesrat hat diese erkannt und damit  in deutlicher Weise der der Staatszielbestimmung Rechnung getragen“, so die Bewertung von Styrie.

Schluss mit betäubungslosem Schächten

Schluss mit betäubungslosem Schächten

Bundesverband Tierschutz stellt Film zum Thema vor

Berlin, 15. August. Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) hat einen Film zum betäubungslosen Schächten erarbeiten lassen. Der Kurzfilm ist jetzt, eine Woche vor Beginn des islamischen Opferfestes in Deutschland, auf youtube und der Webseite abrufbar und liefert - in Form eines Interviews mit dem BVT-Vorsitzenden, Dr. Gerd Gies - alle Hintergründe zu dem sensiblen Thema. 

Im Film wird dargelegt, warum das Schächten ohne Betäubung Tierquälerei ist. Diese Einschätzung wird auch von der Bundestierärztekammer so getroffen. Beim Schächten wird den Tieren bei vollem Bewusstsein, also ohne vorherige Betäubung, die Kehle durchgeschnitten, wobei die Tiere erhebliche Qualen erleiden.

 Selbst von islamischen Religionsautoritäten wird eine „In-Ohnmacht-Versetzung” der Tiere durch eine reversible Elektrobetäubung als religionskonform angesehen. Es besteht daher kein Grund, betäubungslos zu schächten. Die rechtlich vorgeschriebene Kurzzeitbetäubung sei überfällig, betont der Bundesverband Tierschutz.  

 "Wenn der Bundesverband Tierschutz für eine Kurzzeitbetäubung vor dem Schächten eintritt", sagt Dr. Gerd Gies, "nehmen wir damit keine politische Einschätzung vor. Unserem Verband geht es ausschließlich um den Schutz der Tiere."

Der BVT fordert neben der Kurzzeitbetäubung eine Deklarationspflicht für Schächtfleisch. Da die zunehmende Nachfrage in Deutschland an geschächtetem Fleisch nur durch Importe aus Ländern gedeckt werden kann, in denen in großem Umfang industriell geschächtet wird, muss deutlich werden, wie die Tiere geschlachtet wurden. "Kein Verbraucher möchte ohne sein Wissen im Restaurant Fleisch von Tieren vorgesetzt bekommen, die ohne Betäubung geschlachtet worden sind", ist der BVT-Vorsitzende überzeugt. Hier sollte nach Auffassung des Verbandes die Bundesregierung auf die Europäische Union einwirken und entsprechende gesetzliche Regelungen für die EU-Mitgliedsstaaten erlassen.

In Deutschland ist das Schächten von Tieren grundsätzlich verboten. Es darf nur in Ausnahmefällen vorgenommen werden - und zwar nur dann, wenn religiöse Vorschriften den Verzehr von betäubungslos geschlachteten Tieren zwingend vorschreiben. Darüber hinaus muss deutlich gemacht werden, dass das Schächtfleisch ausschließlich an eben genau diese  Religionsangehörige abgegeben wird. Die Ausnahmegenehmigungen erteilen die zuständigen Veterinärbehörden - doch immer wieder kommt es vor - und dies besonders vor und während des islamischen Opferfestes - dass Tiere in Hinterhöfen, auf Bauernhöfen oder auf freiem Feld illegal geschächtet werden.

Der Verband fordert die Behörden auf, keine Ausnahmegenehmigungen zum Schächten zu erteilen, die Kontrollen zu verschärfen und Verstöße gegen das in Deutschland geltende Schächtverbot konsequent zu ahnden.  Landwirte, die Muslimen Tiere zum Schächten überlassen oder Schächtungen auf ihrem Hof zulassen, können wegen Beihilfe belangt und nach § 27 StGB mit hohen Geldbußen, bis zu 25.000 Euro, bestraft werden.

Das islamische Opferfest Id al-Adha (türkisch Kurban Bayrami) hat für Muslime weltweit eine große Bedeutung. In Deutschland wird das viertägige Opferfest vom 22.-25. August begangen. In Gedenken an den Propheten Ibrahim, der bereit war, einen seiner Söhne Allah zu opfern, sind nach islamischem Ritus Muslime aufgerufen, ein Schächtopfer zu bringen und das Fleisch an Bedürftige zu verteilen.

 

 

 

Expertennetzwerk fordert zum Weltkatzentag:

Expertennetzwerk fordert zum Weltkatzentag:

Bundesweit einheitliche Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht

Am 8. August ist Weltkatzentag. Während an diesem Tag tausende glückliche Tierhalter ihre Samtpfoten mit Fotos und Videos in sozialen Netzwerken feiern, leiden gleichzeitig Millionen frei lebende Katzen, die krank und ausgemergelt auf sich selbst gestellt sind.

Dabei ist das ursprüngliche Ziel des Tages, auf das Leid eben dieser Tiere aufmerksam zu machen. Und das ist nach wie vor absolut notwendig. Allein in Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa zwei Millionen Katzen auf der Straße. Sie sind in der Regel nicht geimpft, nicht kastriert, krank und abgemagert. Als domestizierte Haustiere schaffen sie es nicht, sich selbst ausreichend zu versorgen. Verschlimmert wird ihr Leid massiv durch ständige Paarung und zahlreiche Geburten.

Unter den heimatlosen Katzen sind auch viele Tiere, die einst ein Zuhause hatten, jedoch entlaufen sind. Zumindest diese Tiere wieder mit ihren Familien zu vereinen wäre ein Leichtes: Mit einer bundeseinheitlichen Pflicht zur Kennzeichnung und Registrierung für Katzen.

Diese Pflicht fordert das vor zwei Jahren gegründete Expertennetzwerk „Kennzeichnung und Registrierung“ (K&R), ein Arbeitskreis bestehend aus den Tierschutzbeauftragten der Länder sowie Experten aus den Bereichen der Tiermedizin, der Transpondertechnologie, der Haustierregister und des Tierschutzes. „Gemeinsam mit der Kastration der Katzen, die einen Halter haben und Freigang erhalten, ist dies das erfolgversprechendste Instrument im Kampf gegen das Katzenelend“, sagt Dr. Hans-Friedrich Willimzik, Landesbeauftragter für Tierschutz des Saarlandes und Leiter des Netzwerks „K&R“.

Bislang haben zwar über 650 deutsche Städte und Gemeinden sogenannte Katzenschutzverordnungen erlassen, die überwiegende Mehrheit hat allerdings bislang noch keine solche Verordnung eingeführt. Zudem gehen aus Sicht der Tierschützer auch nicht alle Bestimmungen weit genug. Einige Kommunen sehen zwar eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht vor, jedoch nicht die verpflichtende Registrierung der Katzen in einem Haustierregister. Häufig mangelt es auch an Kontrollstrukturen sowie der ausführlichen Information der Bürger über die Verordnung und deren Bedeutung.

„Was wir dringend brauchen, ist eine bundeseinheitliche Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen. Damit könnten wir Vieles auf einmal erreichen. Entlaufene Tiere könnten wieder an ihre Haltern zurückvermittelt werden und das illegale Aussetzen von Heimtieren könnte effektiv eingedämmt werden“, so Dr. Hans-Friedrich Willimzik. Weiterhin sind erhebliche Verbesserungen, vor allem in den Bereichen Tiergesundheit, Tierschutz, Rechtssicherheit und Vollzug, Verbraucherschutz, öffentliche Gesundheit und Wirtschaftlichkeit zu erwarten. Insbesondere würden durch die schnelle Rückvermittlung von Fundtieren Tierheime und Kommunen deutlich entlastet werden.

Willimzik: „Es ist jetzt an der Bundesregierung, diese langjährige Forderung endlich auf den Weg zu bringen.“

Das Konzept Registerverbund

In einigen EU-Mitgliedstaaten gibt es bereits Modelle mit mehreren Registern, die in einem einzigen Datenbanksystem miteinander vernetzt sind. Eine solche Lösung wäre laut den Experten des Netzwerks „K&R“ auch eine optimale Lösung für Deutschland.

So könnte auf mehr als zehn Millionen bereits registrierte Tiere aus den bestehenden Registern zurückgegriffen werden, ohne diese Daten kostenintensiv und mit hohem administrativem Aufwand erneut zu erheben. Die mit hohen Kosten verbundene Einrichtung und Verwaltung einer neuen Datenbank würde bei einem solchen Modell entfallen. Lediglich die Entwicklung eines Webservices, dem alle Register im Verbund angeschlossen sind, wäre vonnöten. Tierhalter oder Finder von entlaufenen Tieren sowie öffentliche Stellen wie Städte, Gemeinden oder die Polizei könnten nach diesem Modell über individuell angepasste Abfragemöglichkeiten ihre Anfragen stellen.

Darüber hinaus wäre ein solches System kompatibel mit einer europaweiten Kennzeichnung von Hunden und Katzen, wie sie vom Europaparlament seit Jahren gefordert wird.

Das Netzwerk K&R

Das Netzwerk „Kennzeichnung und Registrierung (K&R)“ ist ein interdisziplinärer Arbeitskreis von Experten unter der Leitung des Landesbeauftragten für Tierschutz des Saarlandes, Dr. Hans-Friedrich Willimzik. Ziel ist die Einführung einer Rechtspflicht zur Kennzeichnung und Registrierung für Hunde und Katzen in Deutschland. Bislang ist Deutschland hier Schlusslicht in Europa, zusammen mit vier weiteren Mitgliedstaaten.

Die gravierenden Probleme, wie beispielsweise der illegale Welpenhandel, die stetige Zunahme von Straßenkatzen sowie überfüllte Tierheime, können nur mit einer stringenten europaweit und national harmonisierten vollständigen Rückverfolgbarkeit von Tierhaltern und Heimtieren gelöst werden.

Weitere Hintergrundinformationen zur Arbeit und den Mitgliedern des Netzwerks „K&R“ sind auf der Internetseite www.heimtierverantwortung.net zu finden.

Wildtierverbot im Zirkus umsetzen

Wildtierverbot im Zirkus umsetzen

Offener Brief des BVT an Ministerin Klöckner

Offener Brief von Dr. Gerd Gies, Vorsitzender des Bundesverband Tierschutz e.V., an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Sehr geehrte Frau Ministerin,

ich appelliere inständig an Sie, den erneuten Vorfall einer während der Zirkusvorstellung in den Zuschauerbereich gestürzten Elefantin endgültig zum Anlass zu nehmen, das seit 2003 in der Warteschleife befindliche Wildtierverbot im Zirkus auf den Weg zu bringen.

Am Mittwoch (4. Juli) wurde eine Elefantendame von ihren Artgenossen während der Premierenfeier von Zirkus Krone in Osnabrück zu Fall gebracht, das Tier stürzte in den Zuschauerraum und verletzte einen Zuschauer. Wenn es auch keine schwerwiegenden Verletzungen für Mensch und Tier bei diesem - laut Fachleuten durch Rangordnungsschwierigkeiten ausgelösten - Angriff gab, zeigt der Zwischenfall wieder einmal: Wildtiere, ob Elefanten, Nashörner, Tiger oder Löwen, können niemals artgerecht in einem Zirkus leben, selbst wenn die Dompteure Gegenteiliges versichern. Alle elementaren Bedürfnisse werden auf das Gröbste beschränkt, die fundierten Ausführungen von Wissenschaftlern zu diesem Thema dürften Ihnen bekannt sein.

Ziehen Sie endlich die Konsequenzen aus diesen Vorfällen, die nicht nur Zirkus Krone betreffen, sondern alle Zirkusunternehmen, die mit Wildtieren durch Deutschland touren. Immer mehr EU-Mitgliedsländer und außereuropäische Staaten haben inzwischen Wildtierverbote erlassen oder beschränken die mitzuführenden Tierarten im Zirkus massiv. Setzen Sie in Ihrer Amtszeit ein Zeichen, und folgen Sie dem Wunsch der Bürger, die auch Ihre Wähler sind. 

Zahlreiche Umfragen belegen, dass die Deutschen das Mitführen von Elefant & Co im Zirkus aus Tierschutzgründen schon lange ablehnen - wann handeln Sie danach und setzen die entsprechenden Bundesratsinitiativen von 2003, 2011 und 2016 um?

Wir als Bundesverband Tierschutz e.V. möchten - abgesehen von den erschütternd widernatürlichen (!) Lebensumständen für Wildtiere im Zirkus - gleichfalls darauf hinweisen, dass es in den vergangenen Jahren mehrere Zwischenfälle mit Wildtieren gab, die auch tödliche Folgen für Unbeteiligte hätten haben können. Muss es erst soweit kommen, damit aus Berlin Grünes Licht für das überfällige Wildtierverbot gegeben wird?

Ihre Vorgänger im Amt habe alle weggeschaut, wenn es um das fortgesetzte Leid, das armselige und jämmerliche Leben von Wildtieren im Zirkus ging. Tun Sie das nicht, lassen Sie nicht weiter zu, dass Wildtiere Jahr um Jahr in Käfigwagen reisen, Bewegungseinschränkungen erdulden, sich Dressurakten unterziehen müssen, die im besten Fall fremd, im schlimmsten Fall grausam sind.

Bitte helfen Sie, bitte handeln Sie.

Das ist mein Wunsch an Sie als Vorsitzender des Bundesverband Tierschutz e.V.  

Dr. Gerd Gies,

1. Vorsitzender Bundesverband Tierschutz e.V.

Ministerpräsident a.D.

 

Staatliches Tierwohlkennzeichen:

Staatliches Tierwohlkennzeichen:

Keine Kompromisse beim Ringelschwanz

Pressemeldung

Tierschutz- und Umweltverbände verabschieden gemeinsames Positionspapier zum staatlichen Tierwohlkennzeichen. Die Organisationen fordern eine verpflichtende Haltungskennzeichnung bis Ende der Legislatur sowie starke Einstiegskriterien für das staatliche Tierwohlkennzeichen

Berlin / Hamburg, 05.Juli 2018:  Deutschlands führende Tierschutz- und Umweltorganisationen fordern die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, bis zum Ende der Legislaturperiode die Überführung des freiwilligen Tierwohlkennzeichens in eine verpflichtende Haltungskennzeichnung gesetzlich zu verankern.

Für das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geplante staatliche Tierwohlkennzeichen fordern die Verbände bereits für die Einstiegsstufe starke Kriterien, die sich deutlich vom gesetzlichen Standard abheben und die das Tierschutzgesetz einhalten. Insbesondere müsse das bereits bestehende Verbot des Ringelschwanzkürzens bei Schweinen ausnahmslos umgesetzt werden. Auch das Fixieren der Sauen im Kastenstand dürfe in der Einstiegsstufe des staatlichen Tierwohlkennzeichens keinesfalls erlaubt sein.  

 „Wir begrüßen den Vorstoß des Ministeriums für ein staatliches Tierwohlkennzeichen grundsätzlich“, sagt der BVT-Geschäftsführer Dr. Jörg Styrie und weist darauf hin, dass die Verbraucher bei einem staatlichen Label jetzt ein deutliches Plus an Tierwohl sowie strenge Kontrollen erwarten würden. "Zahlreihe Skandale und Missbrauch in der Vergangenheit legen die Messlatte für ein staatliches Label besonders hoch", mahnt Dr. Styrie.

 Zwar sei das geplante freiwillige Tierwohlkennzeichen ein erster Schritt in die richtige Richtung, erfasse aber einen Großteil des hierzulande produzierten Fleisches nicht." Nur eine verpflichtende Haltungskennzeichnung für alle tierischen Produkte", so der BVT-Geschäftsführer abschließend, "ermächtigt die Verbraucher, selbst über die von ihnen akzeptierten Haltungsformen zu entscheiden“.

 Die Organisationen haben in dem gemeinsamen Papier Mindestkriterien für die Einstiegsstufe Schwein des staatlichen Tierwohlkennzeichens entwickelt. Diese finden Sie hier.

 .Kernforderungen an das staatliche Tierwohllabel

 

Weitere Informationen:

Unterzeichner des Positionspapiers sind die Organisationen: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, BUND – Friends of the Earth Germany, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Bundesverband Tierschutz, Deutscher Naturschutzring, Germanwatch, Greenpeace, PROVIEH, und VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz.

Das „Positionspapier staatliches Tierwohlkennzeichen“ finden Sie hier.

 

 

Gemeinsame Pressemeldung

Gemeinsame Pressemeldung

Initiative Tierwohl darf keine eigene Label-Stufe werden

Haltungskennzeichnung von Fleisch: Tier- und Umweltschutzorganisationen gegen Initiative Tierwohl als eigene Label-Stufe

Acht Organisationen aus Tier- und Umweltschutz beziehen gemeinsam Stellung zur Haltungskennzeichnung von Fleisch: Die derzeit gültigen Kriterien der Initiative Tierwohl (ITW) von Unternehmen sowie Verbänden aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel liegen kaum über dem gesetzlichen Mindeststandard; eine eigene Kennzeichnungsstufe nach ITW-Kriterien ist daher nicht zu rechtfertigen. Sie führt Verbraucher in die Irre, kritisieren die Organisationen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bund gegen Missbrauch der Tiere, Deutscher Tierschutzbund, Greenpeace Deutschland, PROVIEH sowie VIER PFOTEN.

 

Die Organisationen begrüßen die laufende Debatte über die Einführung einer Haltungskennzeichnung von Fleisch. Sie stellen allerdings auch klar, dass die Haltungsbedingungen der einzelnen Stufen klar voneinander unterscheidbar sein müssen. Stufen, die für mehr »Tierwohl« stehen, müssen auch deutlich über dem gesetzlichen Standard liegen. Das ist aus Sicht der Organisationen nicht der Fall, wenn die aktuellen Standards der Initiative Tierwohl zu einer eigenen Label-Stufe erklärt werden.

 

Die ITW bietet den Tieren, wie Beispielsweise bei Schweinen, im Wesentlichen nur 10 Prozent mehr Platz. Auch in anderen Bereichen sind die Unterschiede zum gesetzlichen Mindeststandard minimal. Verbraucher können bei einem Blick in den Stall nicht erkennen, worin der Unterschied zum gesetzlichen Standard liegt. Von »Tierwohl« kann unter diesen Bedingungen folglich keine Rede sein, kritisieren die Organisationen.

 

Sie fordern die Politik auf, ein verbindliches Kennzeichnungssystem zu entwickeln, das für die Verbraucher klare Abstufungen zwischen den Haltungsbedingungen erkennen lässt. Die vom Handel eingeführten vierstufigen Systeme »Haltungskompass« bzw. »Haltungszeugnis« halten die Organisationen im Prinzip für sinnvoll, weil so mehr Klarheit am Einkaufsregal entstehen kann. Diese Systeme führen jedoch die Kriterien der Initiative Tierwohl als eigene Stufe. Das weckt bei den Verbrauchern falsche Erwartungen, warnen die Organisationen. Sie begrüßen, dass auch Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner den aktuellen Stand der ITW-Kriterien für unzureichend hält.

Vor der Agrarministerkonferenz in Münster

Vor der Agrarministerkonferenz in Münster

Tierschutzverbände haben Forderungen erarbeitet

Vor der Agrarministerkonferenz (25.-27. April) in Münster haben sich mehrere Tierschutzorganisationen, unter ihnen der Bundesverband Tierschutz,  mit einem Schreiben an Christina Schulze-Föcking, Landwirtschaftsministerin in NRW, gewandt. 

Die Verbände haben Forderungen erarbeitet, zu denen an erster Stelle ein Verbot von Lebendtransporten in Drittländer gehört. Die Dokumentationen der vergangenen Monate haben noch einmal deutlich gemacht, wie untragbar die Transport- und Schlachtbedingungen für die Tiere in außereuropäische Zielstaaten sind.

Doch auch hinter EU-Grenzen müssen europäische Tierschutzregeln eingehalten werden, urteilte am 23. April 2015 der EuGH. Die Agrarministerkonferenz müsse nun rechtlich bindende Maßnahmen auf den Weg bringen, um Verbesserungen bei Tiertransporten zu erwirken, so die Tierschutzverbände in ihrem Schreiben.

Hier lesen Sie die kompletten Forderungen

13 Millionen Schweine verenden schon im Stall

13 Millionen Schweine verenden schon im Stall

BVT nimmt Landwirte und Politik in die Pflicht

Pressemeldung des Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT)

Berlin, 21.03. 2018: Der gestrige Beitrag  des ZDF Magazins „Report Mainz“  über das Leiden der Schweine in der industriellen Tierhaltung bestätigt die Kritik, die der Bundesverband Tierschutz seit langem vorbringt: Die Haltungsbedingungen in der Schweinemast sind mit dem Tierschutzgesetz grundsätzlich nicht vereinbar - und sie sind sogar inakzeptabel, wenn 13 Mio. Schweine (!) bereits vor der Schlachtung in ihren Ställen verenden.

"Der schockierende Beitrag hat gezeigt, dass ein Fünftel aller Schweine schon im Stall sterben", sagt Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT). "Viele Erkrankungen sind systemimmanent; sie haben ihren Ursprung  in den artwidrigen Haltungsbedingungen wie Spaltenböden, mangelhaften Lüftungsanlagen, Überbelegungen der Ställe und schlechten Fütterungs- und Tränkesystemen."  

Werden kranke Tiere nicht sofort entdeckt und tierärztlich behandelt, sinken die Überlebensraten dramatisch. "Fast alle Erkrankungen sind mit extremen Leiden und Schmerzen für die Tiere verbunden", so Dr. Styrie, "umso wichtiger ist es, schon bei den ersten Krankheitsanzeichen schnell einzugreifen und die notwendigen Behandlungen vorzunehmen."

Hier fehle es aber sehr häufig an der notwendigen Sachkunde des Betreuungspersonals, beklagt der BVT-Geschäftsführer. Außerdem  seien tierärztliche Behandlungen mit Kosten verbunden, die viele Tierhalter aus wirtschaftlichen Erwägungen scheuten.

„ Wenn ein Fünftel der Schweine, wie in der Dokumentation herausgestellt, die Torturen der  Mast nicht überleben, zeigt dies nur eines: Das System der industriellen Haltung funktioniert nicht; es ist nicht zukunftsfähig", kritisiert Dr. Styrie.

"Die politisch Verantwortlichen sind dringend aufgerufen, durch gesetzliche Maßnahmen (und Förderprogramme) einen radikalen Umbau in der landwirtschaftlichen Tierhaltung vorzunehmen. Die Haltungsbedingungen müssen so angelegt sein, dass sie den Tieren das Ausleben ihrer arteigenen Verhaltensweisen ermöglichen. Gleichfalls sollen alle Personen, die mit den Tieren umgehen, verpflichtend ihre Sachkunde nachweisen müssen."

Auch die Verbraucher sind gefordert, den notwendigen Umbau in der landwirtschaftlichen Tierhaltung zu unterstützen. Wer bereit ist, mehr Geld für Produkte aus artgerechter Tierhaltung auszugeben, macht durch sein Kaufverhalten deutlich, wie wichtig die gute Aufzucht und Haltung von Rind, Kuh, Schwein & Co ist.   

Gemeinsamer Offener Brief

Gemeinsamer Offener Brief

Ausschuß für Ernährung und Landwirtschaft

Beenden Sie Tiertransporte in Drittländer außerhalb Europas

Angesichts wiederholt berichteter und dokumentierter eklatanter Tierschutzverstöße auf Transporten von lebenden Schlacht- und Zuchttieren in Drittländer außerhalb Europas sowie Schlachtpraktiken in den Zielländern, möchten wir uns verbändeübergreifend an Sie wenden.

Hierbei handelt es sich keineswegs um ein neues Thema, im Gegenteil: Tierschutzverstöße insbesondere auf langen Transportstrecken sind seit Jahren immer wieder Gegenstand von Berichten und Dokumentationen und werden regelmäßig von Tierschutzorganisationen und tierärztlichen Verbänden angeprangert. Die EU-Transportverordnung (VO (EG) 1/2005) hat nicht zu den erhofften Verbesserungen geführt.

Aber nicht nur die Transportbedingungen müssen scharf kritisiert werden: die Schlachtbedingungen in einigen Empfängerstaaten können nur als Tierquälerei bezeichnet werden (Ausstechen der Augen, Durchtrennen von Sehnen an den Extremitäten, nicht-fachgerechte Schlachtung ohne Betäubung). Daher besteht aus unserer Sicht  sofortiger Handlungsbedarf.

Gemeinsam im Bündnis appellieren wir an Sie, den Export von Schlachttieren in Drittländer außerhalb Europas umgehend zu verbieten.

Doch es geht nicht nur um den Transport von Tieren, die am Ende ihrer langen Reise unter tierschutzwidrigen Bedingungen geschlachtet werden. Den weitaus größeren Anteil an Lebendtierexporten verzeichnet der Transport von Zuchttieren. Zuchttiere werden zu dem Zweck importiert, eine eigene Population aufzubauen, d.h., auf lange Sicht nicht mehr auf den Import von Tieren angewiesen zu sein. Der über Jahre hinweg andauernde Erwerb von Zuchttieren aus Europa ist daher zu hinterfragen: wenn es an Futterbasis, Wissen und Können zum Aufbau einer eigenen Tierpopulation mangelt und die Voraussetzungen für die Zucht von Hochleistungstieren eindeutig nicht gegeben sind, muss Europa den Handel mit lebendem Zuchttieren mit diesen Ländern einstellen.

Vor diesem Hintergrund sollte ein Nachweis über den Herdenaufbau, z. B. in Form von Bestandsbüchern und Zuchtprotokollen, die Zuchttiere aus der EU importieren, als Bedingung für den weiteren Transport von Zuchttieren in diese Länder gefordert werden. Dieser Nachweis soll auch verhindern, dass Schlachttiere fälschlicherweise als Zuchttiere deklariert werden.

Mit je einem Antrag haben FDP und Grüne das Thema in die parlamentarische Diskussion gebracht. Diese Anträge werden am 21. März innerhalb Ihres Ausschusses verhandelt. Wir begrüßen die Initiative der Parteien, die besonders qualvollen Tiertransporte in Drittstaaten zu stoppen. Sie können dazu beitragen, unsägliches Leid zu beenden, indem Sie den Anträgen zustimmen.

Wir hoffen, dass Sie unserem Anliegen Aufmerksamkeit schenken und sich im Sinne der Tiere für nachhaltige, verbindliche Lösungen einsetzen werden. Für fachlichen Dialog und Beratung stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.

Affen im Abgastest

Affen im Abgastest

Automobilkonzerne erneut am Pranger

BVT-Berlin, 30. Januar 2018. Man sperrt zehn Primaten in einen Raum, pumpt über fünf Stunden Dieselabgase hinein - und belegt mit diesem Versuch, wie moderne Abgasreiniger die Schadstoffbelastung und damit das Gesundheitsrisiko verringern.

Die "Studie" an Affen haben die Automobilkonzerne VW, Daimler und BMW 2013 über die Lobbyorganisation "Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" (EUGT) in Auftrag gegeben. Als vor wenigen Tagen die "New York Times", gestützt auf Gerichtsunterlagen und Regierungsdokumente, über die Tierversuche berichte, distanzieren sich die Autokonzerne sofort. Man "toleriere keine unethische Behandlung von Tieren" (Daimler) und "nehme die Kritik an der Studie ernst (VW).

"Der Zynismus der Automobilkonzerne ist kaum zu überbieten", sagt Dr. Jörg Styrie vom BVT. Doch sie sind keine Ausnahme. "Toxikologische Versuche an Primaten sind leider üblich", so der BVT-Geschäftsführer.
1789 Affen mussten 2016 Versuche mit giftigen Substanzen über sich ergehen lassen. Wie die "Ärzte gegen Tierversuche" ausführen, erhalten die Primaten bis zu 28 Tage toxikologische Stoffe und werden danach in der Regel getötet, damit die Organe untersucht werden können. Tierschutzverbände fordern seit langem eine Gesetzesänderung, die Tierversuche verbietet und Alternativmethoden fördert.

Die EUGT, die 2007 von VW, Daimler und BMW gegründet wurde, hat 2013 die Testreihe an Affen im Lovelace Respiratory Research Institute im US-Bundesstaat New Mexiko durchführen lassen. Drei Jahre später förderte die EUGT Experimente an Menschen, die sich über mehrere Stunden Stickstoffdioxid aussetzen ließen. Doch während Menschen freiwillig an solchen fragwürdigen und potentiell gesundheitsgefährdenden Versuchen teilnehmen, hat kein Primat und kein anderes Tier keine Wahl.

"Das Recht auf Unversehrtheit wird trotz Tierschutzgesetz und Verankerung im Grundgesetz den Tieren nicht wirklich zugestanden", kritisiert Dr. Jörg Styrie.

Und so haben wir die perfide Situation, dass Automobilkonzerne über Jahre Abgasmanipulationen betrieben haben, um den Schadstoffgehalt der Dieselabgase kleinzureden - und nun Affen in einen Raum sperren und sie zwangsweise Auspuffgase einatmen lassen. Das Ergebnis der "Studie" stand von vornherein fest: Die Abgase vom Diesel sind harmlos geworden, weil wir so effiziente Abgasreinigungsverfahren entwickelt haben.
Wie finden Sie das? Schreiben Sie an die Automobilkonzerne und erklären Sie, warum dieser neuerliche Skandal die Grenzen des Zumutbaren überschreitet.

Auf Höllenfahrt in den Tod:

Auf Höllenfahrt in den Tod:

Fünf Tierschutzorganisationen fordern Ende der Lebendtierexporte

Das Bündnis für Tierschutzpolitik fordert von der Bundesregierung, auf einzelstaatliche Abkommen zu Lebendexporten von Schlachttieren gänzlich zu verzichten und die damit verbundenen Höllenfahrten zu stoppen. Dieses Ziel muss in der nationalen Nutztierstrategie verankert werden, wenn die Bundesregierung die Gesetze zum Schutz der Tiere ernst nimmt.

Jährlich verlassen Millionen Tiere die Europäische Union, um eine leidvolle und lange Reise in Drittländer anzutreten. Häufige Ziele sind die Türkei, Nordafrika und der Nahe Osten. Oft fehlt es an Nahrung, Wasser und notwendiger tierärztlicher Versorgung. Viele Tiere verenden qualvoll auf ihrer Reise über das Mittelmeer.

"Und wieder haben wir eine schockierende Dokumentation über das unermessliche Leid von Schlachttieren gesehen. Wie oft soll noch dokumentiert werden, was selbst in Brüssel angekommen sein müsste - nämlich dass Schlachttiere außerhalb der Europäischen Union Qualen auf Langstreckentransporten erdulden, die so groß, so ungeheuerlich sind, dass es einem den Atem verschlägt", kommentiert Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des BVT, den gestrigen 37-Grad-Beitrag (ZDF) von Manfred Karremann. 

Deutschland verfügt über mindestens sechszehn einzelstaatliche Abkommen zu Lebendtierexporten in Drittländer. Immer wieder kommt es zu schweren Tierschutzvergehen beim Langstreckentransport von lebenden Tieren. Daran ändern auch bestehende Gesetze zum Schutz von Nutztieren beim Transport nichts, denn ihre Umsetzung wird nur stichprobenartig innerhalb der EU kontrolliert – außerhalb der EU gelten sie nicht.

Das Bündnis für Tierschutzpolitik unterstützt weiterhin die wertvolle Aufklärungsarbeit der Animal Welfare Foundation (AWF) sowie der Animals Angels, die immer wieder grobe Missstände bei Lebendtiertransporten aufdecken.

Hier lesen Sie Forderungen, die das Bündnis an die Durchführung von Tiertransporten stellt

Zum Bündnis für Tierschutzpolitik gehören die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT), der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., PROHVIEH und Vier Pfoten-Stiftung für Tierschutz.

 



Coockie+Muffin

Wir warten jetzt schon seit einem Jahr auf ein neues Zuhause! 


Helfen Sie uns bei unserer Hilfe für den Tierschutz!

Nur zusammen können wir den
Tieren ein besseres Leben schenken!