Unvorstellbar: Deutschland kennt in diesen heißen Tagen nur ein Thema: Hohe Temperaturen, Belastung für die Menschen, drohende Wasserknappheit, zubetonierte Städte, in denen sich die Hitze fängt, dürstende Vögel und andere Wildtiere – aber die zum Schlachten verurteilten Tiere müssen weiter in die Hänger klettern, um die letzte Reise anzutreten.
Seit Jahrzehnten sind Tiertransporte ein Dauerthema für Deutschland und die EU. Dass nach allem dokumentierten Tierleid auf Transporten heute noch Langstreckentransporte in außereuropäische Länder ohne Tierschutzstandards möglich sind, ist kaum noch als politisches Versagen zu bezeichnen. Es ist fortgesetzte Tierquälerei, an der jede politische Gruppierung ihre persönliche Schuld trägt.
Die EU-Transportverordnung sollte längst modernisiert werden, hängt im Parteiengezänke fest (die Novellierung könnte möglicherweise im Spätsommer auf den Weg gebracht werden). Derweil werden weiter Tiere rund um die Welt per Schiff und LKW gefahren, marginale Zugeständnisse an „Wasserversorgung“ und „Pausenregeln“ versucht, von denen jeder weiß, dass sie zumindest hinter den EU-Grenzen nicht mehr eingehalten werden.
Tiere dürfen laut EU-Transportverordnung auf Reisen geschickt werden, wenn im Fahrzeug Temperaturen zwischen 5 und 30 Grad (mit „Toleranzgrenze“ von plus/minus 5 Grad) herrschen. Die Transportdauer darf nicht länger als acht Stunden betragen, wobei natürlich auch hier Ausnahmen möglich sind.
Dass Tiertransporter in glühender Hitze in sogenannten Drittstaaten oft tagelang vor Grenzen ausharren müssen, ist bekannt, genauso wie der Umstand, dass Kontrollen kaum stattfinden und die zu Tode erschöpften Tiere kaum Wasser erhalten.
Wir fordern: Ein grundsätzliches Verbot von Langstreckentransporten in außereuropäische Staaten auf nationaler Ebene, Fahrten zu Schlachthöfen mit geringster Distanz innerhalb Deutschlands und verstärktes Bemühen auf europäischer Ebene, um dieselben Ziele EU-weit durchzusetzen. Darüber hinaus gilt es, die Tierbestände massiv zu reduzieren, den Weideschuss zu fördern, um Tiertransporte dauerhaft reduzieren zu können.
Wir Bürger können übrigens bei Veterinärbehörden der Länder nachfragen, ob und wie viel Abfertigungsgenehmigungen für Tiertransporte aktuell aufgrund der Hitze nicht erteilt werden. Sie werden kaum überrascht sein, dass diese Ablehnungen sich im einstelligen Bereich bewegen werden. Sie können sich dabei auch bei FragDenStaat Hilfe holen, Ihr Anliegen bei den Behörden durchzusetzen: