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Unsere Tierschutz-Themen von A-Z

Gegen das Bienensterben

Brüssel verbietet drei Neonikotinoide

Und wieder protestiert der Deutsche Bauernverband, wenn es um Bestrebungen geht, Tieren mehr Schutz einzuräumen.

Am 27. April wurde in Brüssel beschlossen, drei Neokontinoide zu verbieten, die u.a. für alarmierende Sterben von Bienen, Hummeln und weiteren Insekten verantwortlich gemacht werden. Bis 2013 galt bereits ein Teilverbot, nun soll das Ausbringen der für Insekten und Vögel schädlichen Insektizide auf Freiflächen ganz verboten werden - der Deutsche Bauernverband hat sich umgehend kritisch dazu geäußert. 

Der BVT rät: Pflanzen Sie auf Ihrem Balkon oder im Garten bienenfreundliche Gewächse.

Damit Wildbienen genügend Pollen und Nektar finden, sind sie auf eine großes Angebot an Wildblumen angewiesen. Gezüchtete Pflanzen, zum Beispiel Rosen, Dahlien, Geranien oder Forsythien, ziehen Bienen und Hummeln nicht an, wohl aber eine bunte Vielfalt aus heimischen Pflanzen und Gehölzen.

Ob Schule, Kita, Uni, Firmengelände oder Privathaushalt - jeder von uns kann dazu beitragen, durch gezielte bienenfreundliche Anpflanzungen den Lebensraum von gefährdeten Arten zu erhalten. Von den ca. 500 Wildbienenarten stehen heute schon über 300 auf der Roten Liste - aus Sorge um den weltweiten Rückgang der Populationen hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den jährlich stattfindenden World Bee Day am 20. Mai ausgerufen.

Büffelmozzarella

Büffel-Friedhöfe in Italien

Büffelfriedhöfe für Büffelmozzarella

Büffelmozzarella gilt als besondere Spezialität - doch das Luxusprodukt aus dem sonnigen Süden Italiens hat eine düstere Kehrseite: Für die männlichen Kälbchen gibt es keine Verwendung, also müssen sie sterben, so kostengünstig wie möglich: Die Bauern lassen sie verhungern. 

Für den weltweit begehrten "Mozzarella di Bufala Camapana" (geschützte Ursprungsbezeichnung mit D.O.P. Siegel (Denominazione d´Origini Proletta)) werden ca. 380.000 Wasserbüffel hauptsächlich in Kampanien gehalten. Wer die Region um Neapel schon einmal bereist hat, wird wahrscheinlich Büffel auf den Weiden gesehen haben, die mehrseitig offenen Unterstände mit rostigen Wellblechdächern.

Der Rohstoff, die Büffelmilch, für den leicht säuerlich schmeckenden Käse kann nur dann von den Büffelkühen gewonnen werden, wenn sie im Jahresrhythmus Kälber zur Welt bringen. Naturgemäß sind unter den Nachkommen nicht nur weibliche Kälbchen, sondern auch ihre Brüder.

Die wenigsten Landwirte können oder wollen sich die Haltung der männlichen Tiere leisten. Sie geben keine Milch und ihr leicht nach Wild schmeckendes Fleisch findet noch nicht so viele Anhänger, dass sich die Aufzucht bzw. die ca. drei Jahre dauernde Mast in ihren Augen lohnen würde.

Die Gesetzeslage in Italien sähe nun so aus, dass die "nutzlosen" Büffelkälbchen in die Schlachthöfe gebracht und unter Betäubung getötet werden müssten. Das Fleisch, da ohne Absatz, müsste als Sondermüll gebührenpflichtig entsorgt werden. Viele Bauern hielten sich jedoch in den vergangenen Jahren nicht an diese Vorgaben und töteten die wenige Tage alten Tiere auf ihre eigene an Brutalität kaum zu überbietende Weise: Sie ließen die Bullenkälbchen elendig verhungern - Bullenfriedhöfe werden die Plätze genannt, an denen die illegal entsorgten Kadaver dann zufällig entdeckt werden. Doch junge Wasserbüffel werden auch in Gülle ertränkt, in Flüsse geworfen oder ihnen das Maul zugebunden, damit ihre Hungerschreie nicht gehört werden...

Die illegalen Tötungen wurden gedeckt - nicht nur von den Behörden, sondern von allen an der Wertschöpfungskette Beteiligten. Wie sonst ist denkbar, dass in sechsstelliger Zahl, so die Schätzungen von Fachleuten, Bullenkälbchen entsorgt werden konnten? Nach Bekanntwerden der unhaltbaren Zustände entschloss sich der Staat zu handeln: Bauern bekommen nun eine Prämie von 5 Euro für jedes männliche Wasserbüffelkalb, das sie in den Schlachthof bringen.   

Die Tierschutzorganisationen deckten nicht nur die unethische Praxis der Kälbchen-Entsorgung auf, sondern prangerten auch die oft sehr schlechten Haltungsbedingungen für die Wasserbüffelkühe an. Tiere mit unversorgten Wunden, in schlechtem Ernährungs- und Gesundheitszustand auf kahlen Weiden mit unzureichendem Witterungsschutz und ohne die Möglichkeit, ein Schlamm- oder Wasserbad zu nehmen. 

Doch es gibt auch Halter von Wasserbüffeln, die nach den Skandalen der vergangenen Jahre* auf artgerechte Tierhaltung setzen. Zu den Richtlinien, die sich die Produzenten von biologisch erzeugten Büffelmozzarella verschrieben haben, gehören u.a.: Keine Enthornung der Tiere, Auslauf auf der Weide und im Laufstall, Kontakt mit Artgenossen und die Aufzucht der männlichen Kälber bis zu ihrer Weitergabe an andere Betriebe.

Unsere Bitte: Informieren Sie sich grundsätzlich im Internet über die Lebensmittel, die Sie kaufen - und entscheiden Sie sich dabei immer für die artgerechte Tierhaltung und ökologische Produktionsweise.

Die Alternative wäre ganz auf tierische Produkte zu verzichten und sich vegan zu ernähren. Nach einer Erhebung des Marktforschungsinstitutes Skopos soll die Zahl der Veganer auf mittlerweile 1,3 Millionen gestiegen sein. Vor drei Jahren waren es noch 900.00. Vegetarisch ernähren sich ca. acht Millionen Menschen (Angaben vom VEBU, der Interessenvertretung für Veganer und Vegetarier in Deutschland).

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 * 2007: Büffel waren mit Brucellose-Erregern infiziert; 2008: Dioxinfunde in der Büffelmilch, 2016: Stiftung Warentest weist in zwei Produkten hohe Gehalte von Enterobakterien nach

  

 

 

 




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